Für jemanden, der zwei Tage zuvor den Beschluss gefasst hat, seine letzte Zigarette geraucht zu haben, ist eine Hundeausstellung eine harte Bewährungsprobe. Während Klasse um Klasse dem Richter vorgestellt wird, pendelt der Gemütszustand des Ausstellers für gewöhnlich zwischen äußerster Anspannung und äußerster Langeweile – beides keine allzu guten Voraussetzungen, um dem Gedanken an den Glimmstängel verlässlich zu entkommen. Da die Meldezahlen der diesjährigen CAC Wiehl mit 46 gemeldeten Border Collies aber überschaubar schienen, schien auch die Hoffnung, mir den besagten Gedanken nicht allzu lange verbieten zu müssen, nicht allzu fern.

Nachdem jedoch Zion seinen Einstand im Showring mit einem VV1 beendet und nach einer weiteren Runde gegen die gleichplatzierte Hündin mit dem »Best Baby« gekrönt hatte, zog ein zweiter Gedanke mit dem ersten gleich, der zwar nur wenig mehr Anspannung, dafür sehr viel mehr Langeweile – und im wörtlichsten Sinne den Ehrenring bedeutete. Wüsste man manchmal, wie lange fünf Stunden werden können: Man würde sich manches ersparen. Und wüsste man manchmal, wie sich ein Erstplatzierter fühlt: Man würde lieber rauchen gehen.

05|05|2013 – CAC Wiehl (Alan McCord/GB)
Broadmeadows Avalon, »Zion«,
Babyklasse Rüden: VV1 Best Baby
Dimni from Spirit of the Highland, »Neo«,
Offene Klasse Rüden: V
Uta’s Jaywalkers Amidala, »Ida«,
Offene Klasse Hündinnen: V3