Als Dirk mich kurz vor Mitternacht weckt und meint, Nell habe begonnen zu pressen, bin ich gleich hellwach. Keine zehn Minuten später wird der erste Welpe geboren. Ganz mühelos ist er – nein – ist sie einfach da, und Nell zum zweiten Mal Mutter. Dass Nell, so instinktsicher wie immer, uns eigentlich nicht braucht, und die beiden Menschen, die abwechselnd mit ihr in der Wurfkiste sitzen, nur Beiwerk sind, nehmen wir gerne hin – das Glücksgefühl, die ersten Schreie, das erste zufriedene Schmatzen zu hören, ist größer, als der Wunsch, gebraucht zu werden.

Gegen sechs nabelt Nell schließlich ihre jüngste Tochter ab – einem Rüden und sechs Hündinnen hat sie in der Nacht das Leben geschenkt. Während um mich herum alles zu Bett geht, die Augen schließt und sich in Träumen verliert, sitze ich halb vornüber gebeugt am Rande der Wurfkiste, meine Hand an Nells Flanken vergraben, und schaue den Sieben beim Trinken zu. Das ist es, das Leben – denke ich. Und draußen beginnt der Tag.

00:04 – Hündin No. 1, black/white, 272 Gramm
00:39 – Hündin No. 2, black/white, 386 Gramm
01:08 – Hündin No. 3, black/white, 334 Gramm
01:37 – Hündin No. 4, black/white, 354 Gramm
03:11 – Rüde No. 1, black/white, 326 Gramm
05:23 – Hündin No. 5, black/white, 310 Gramm
06:20 – Hündin No. 6, black/white, 312 Gramm