Gerahmtes Aquarell von drei Border Collie Welpen
04|02|2026 – Unser D-Wurf fei­ert sei­nen 10. Geburtstag

Zehn Jahre sind viele Erinnerungen. Manche gehören uns. Die meisten gehören längst anderen. Dem D-Wurf zum Geburtstag.

Es sind immer wie­der die glei­chen Din­ge, die man erin­nert. Dass es Nacht war – wie so oft. Dass der ers­te Wel­pe schon ganz grau war, als man ihn end­lich in den Hän­den hielt. Dass man ihn wie­der und wie­der mit dem rau­en Hand­tuch abge­rie­ben hat, um ihn zum Atmen zu brin­gen. Dass man mit ihm ins Bade­zim­mer gerannt ist, den Hahn auf­ge­dreht und den klei­nen Kör­per dar­un­ter gehal­ten hat. Dass aus dem Grau mit einem schril­len Schrei schliess­lich Rosa wur­de. Und dass man die Erleich­te­rung dar­über auch nach zehn Jah­ren noch spü­ren kann – wäh­rend die Erin­ne­rung sich längst aus den eige­nen Hän­den gelöst und zusam­men mit dem Wel­pen den Besit­zer gewech­selt hat.

Zehn Jah­re. Das sind vie­le Erin­ne­run­gen. Sol­che, von denen man hört – manch­mal bei­läu­fig, manch­mal zwi­schen zwei Sät­zen. Sie lie­gen wie Spiel­zeug in frem­den Wohn­zim­mern, lugen auf dem Sofa zwi­schen den Kis­sen her­vor. Sie erzäh­len von All­tag, von Nähe. Von Gewohn­hei­ten, die sich ein­ge­schli­chen haben. Von Momen­ten, in denen man inne­hält, weil etwas fehlt oder weil etwas genau rich­tig ist. Und von Hun­den, die irgend­wann bei­na­he selbst­ver­ständ­lich gewor­den sind. Die mor­gens da sind und abends wie­der­kom­men. Die Platz ein­neh­men, ohne zu fra­gen. Und Lücken hin­ter­las­sen, ohne es zu wollen.

Mir bleibt die Erin­ne­rung an die­se ers­te Nacht. Und für euch der Wunsch: noch vie­le Erin­ne­run­gen mehr.


© Johannes Willwacher