Ausstellungsergebnisse »Nell«

Nell (On My Own Nell Now or never)

24|01|2010 – CAC Verl-Kaunitz (Jüngstenklasse) VV1

Die ers­te Aus­stel­lung: Nach einer viel zu kur­zen Nacht mach­ten wir uns in den frü­hen Mor­gen­stun­den auf den Weg zum »Fami­li­en­tref­fen« – neben Nell soll­ten heu­te auch ihre bei­den Brü­der Mason und Phoe­nix, sowie ihr Cou­sin Neo ihren Ein­stand im Aus­stel­lungs­ring geben. Wäh­rend mir die Ner­vo­si­tät und die eine oder ande­re Tas­se Kaf­fee zu viel wohl nicht nur ins Gesicht geschrie­ben zu sein schie­nen, nahm der »Renn­knö­del« die vie­len unbe­kann­ten Hun­de, Geräu­sche und Gerü­che in und um die Hal­le voll­kom­men gelas­sen. Gegen Mit­tag, nach­dem die Jungs ihren Job bra­vou­rös gemeis­tert hat­ten, war es schließ­lich an uns – die dar­auf fol­gen­den Minu­ten habe ich nur noch sehr vage in Erin­ne­rung: Nell tän­zel­te leicht­fü­ßig durch den Ring, wäh­rend ich unsi­che­ren Schrit­tes hin­ter­her tapp­te, ließ sich gedul­dig das Gebiss begut­ach­ten, wäh­rend ich ver­such­te, mir im Geis­te ein Drei­eck vor­zu­stel­len. Dass mei­ne Füße wenig davon hiel­ten die­ses abs­trak­te Kon­strukt auf den Hal­len­bo­den zu pro­ji­zie­ren, um die­sem zu fol­gen, muss wahr­schein­lich nicht geson­dert erwähnt wer­den – an der Aus­füh­rung hät­te sich auch so nichts ändern las­sen. Kurz und gut: Ich setz­te schon ein­mal einen gro­ßen, gedank­li­chen Haken hin­ter unser Show-Debüt – ver­gaß dabei aber wohl, dass es hier nicht dar­um ging, mei­ne aktu­el­le Ver­fas­sung, son­dern den Ein­druck, den mein Hund auf den Rich­ter gemacht hat­te, zu beur­tei­len. Des­halb war es wohl auch nur kon­se­quent, dass mir so ziem­lich alle Gesichts­zü­ge ent­glit­ten, als uns die Ring­hel­fe­rin auf den 1. Platz stell­te.

Erkennt­nis des Tages: Ein Drei­eck ist kein Kreis. Und sel­ten ein Hand­ler vom Him­mel gefal­len.

RICHTERBERICHT (Dina von Hahn/D)
7 Mona­te alte Hün­din mit typi­schem Kopf, dunk­les Auge, gute Hals-Rücken­li­nie, gut gestellt und gewin­kel­te Hin­ter­hand, gera­de Front, schö­ne Gesamt­erschei­nung.

16|05|2010 – CAC Wiesental (Jugendklasse) V

Mit einer guten Por­ti­on zusätz­li­chem Ring­trai­ning star­te­ten wir zu unse­rer ers­ten Aus­stel­lung in der Jugend­klas­se. Im Gegen­satz zu Verl hieß der ursäch­li­che Grund mei­ner Ner­vo­si­tät nun nicht mehr Kof­fe­in, son­dern ließ sich ein­deu­tig auf die hohen Mel­de­zah­len zurück­füh­ren: Mit sech­zehn Hün­din­nen war die Jugend­klas­se nicht nur am stärks­ten besetzt, auch die Kon­kur­renz konn­te sich sehen las­sen. Dank dem Zuspruch von Yve, die mit Nells Tan­te Gliss ange­reist war, ging ich dies­mal sehr viel ent­spann­ter in den Ring – bei der Ziel­set­zung, nur kein »Gut« kas­sie­ren zu wol­len, konn­te an sich auch nur wenig schief gehen. Alles lief wun­der­bar – Nell prä­sen­tier­te sich von ihrer schöns­ten Sei­te – bis die Rei­he an uns war, auf Anwei­sung der Rich­te­rin das bereits bekann­te Drei­eck zu lau­fen. Wäh­rend ich, da lern­fä­hig, kon­zen­triert einen Fuß vor den ande­ren setz­te, ent­schied Nell, dass irgend­et­was auf der grü­nen Wie­se olfak­to­risch doch sehr viel inter­es­san­ter sei, als mit mir eine Run­de zu dre­hen – und blieb im sel­ben Moment wie ange­wur­zelt ste­hen. Nach­dem ich mein »Trüf­fel­schwein« davon über­zeu­gen konn­te, sich die­sen Genuss doch für spä­ter auf­zu­he­ben, blick­ten wir bei­de mit einem Fra­ge­zei­chen über den Köp­fen zum Rich­ter­tisch (oder wahl­wei­se: zum herr­lich duf­ti­gen Rasen­stück dazwi­schen) und erwar­te­ten, was da kom­men soll­te.

Erkennt­nis des Tages: Gegen den Zufall hilft selbst der schöns­te Plan nicht. Und Hun­de­fut­ter gehört nicht auf den Rasen.

RICHTERBERICHT (Susan­ne Langhorst/D)
11 Mona­te alte Hün­din, vor­züg­li­cher Kopf, seit­lich gesetz­te, beweg­li­che Ohren, dun­kel­brau­ne Augen­far­be, voll­zah­ni­ges Sche­ren­ge­biss. Zeigt im Stand eine schö­ne obe­re Linie auf, sehr gut ent­wi­ckel­ter Brust­korb. Vor­züg­li­ches Haar­kleid, vor­züg­li­ches Wesen.

30|05|2010 – CACIB Giessen (Jugendklasse) SG4

Unse­re ers­te Inter­na­tio­na­le Ras­se­hun­de­aus­stel­lung – und als hät­te das allei­ne nicht gereicht um but­ter­wei­che Knie zu bekom­men, gesell­ten sich zum mitt­ler­wei­le chro­ni­schen Lam­pen­fie­ber noch ganz rea­le 38,5° hin­zu. Trotz der tota­len Dröh­nung homöo­pa­thi­scher Haus­mit­tel hader­te ich bis zuletzt mit mir, ob ich es tat­säch­lich wagen soll­te selbst in den Ring zu gehen – ein­fa­cher und ner­ven­scho­nen­der wäre es ganz sicher gewe­sen, Nell von jemand ande­rem aus­stel­len zu las­sen. Mmh … ein­fach? Ner­ven­scho­nend? Bevor ich den Gedan­ken wirk­lich zu Ende gedacht hat­te wur­den wir auf den vier­ten Platz gestellt – Nell hat­te mir kur­zer­hand nicht nur die Beden­ken, son­dern auch das Show-Pro­gramm aus der Hand genom­men. Dass die Rich­te­rin gleich nach dem Hän­de­schüt­teln aus dem Ring ver­schwand, um sich sel­bi­ge zu waschen ent­lock­te mir dann end­lich ein halb erleich­ter­tes, halb amü­sier­tes Grin­sen.

Erkennt­nis des Tages: Einem guten Hund ist es egal, ob dei­ne Nase läuft. Ein guter Hund läuft für dich.

RICHTERBERICHT (Kers­tin Selle/D)
12 Mona­te alte, korr. pro­por­tio­nier­te Jung­hün­din, korr. Kopf, beweg­li­che Ohren, guter Stop, voll­stän­di­ges Sche­ren­ge­biss, eine Idee knap­pe Hals­län­ge, Brust­korb und Win­ke­lun­gen dem Alter ent­spre­chend gut ent­wi­ckelt, brei­te Krup­pe, noch etwas schmal in der Front, har­mo­nisch in der Bewe­gung mit etwas hoher Ruten­hal­tung, freund­li­ches Wesen.

04|07|2010 – CAC Siegen (Jugendklasse) SG

Soll­te es eine Regel für unse­re bis­he­ri­ge Aus­stel­lungs­kar­rie­re geben, so müss­te sie wahr­schein­lich lau­ten: »Kei­ne Aus­stel­lung ohne wohl über­leg­tes Han­di­cap«. Ent­spre­chend die­ser Regel hat­ten wir uns im Fall der »Ras­se­spe­zi­fi­schen Son­der­aus­stel­lung Bor­der Col­lie« wie­der ein­mal für ein Novum ent­schie­den und Nell kur­zer­hand das »ganz knap­pe Som­mer­kleid­chen« über­ge­streift. Ange­sichts der glut­hei­ßen Tem­pe­ra­tu­ren schien »Voll­kom­men Abge­haart« ohne­hin das ein­zi­ge Label zu sein, das von den hün­di­schen Fashions­ta als unbe­ding­tes »Must-Have« gefei­ert wur­de. Kurz­um: Mit einer hal­ben Por­ti­on Hund dreh­te ich eine Run­de durch den Ring, dreh­te – nach Anwei­sung des Rich­ters – eine wei­te­re und gehör­te schluss­end­lich zur mit­tel­mä­ßi­gen Mehr­heit, die zäh­ne­knir­schend mit einem »Sehr Gut« den Ring ver­ließ.

Erkennt­nis des Tages: Manch­mal hat »Sie­gen« eben nichts mit »Gewin­nen« zu tun.

RICHTERBERICHT (Bob Tunnicliff/GB)
13 Mona­te alte Hün­din, femi­ni­ner Kopf. Gera­de Front, jedoch etwas schmal. Bewegt sich sta­bil, aller­dings zu wenig raum­grei­fend und mit zu wenig Schub. In ein­wand­frei­em Zustand prä­sen­tiert, gutes Tem­pe­ra­ment.

17|07|2010 – CAC Sachsenheim (Jugendklasse) V

Für einen gelun­ge­nen Fami­li­en­aus­flug neh­me man: Eine vier­köp­fi­ge Fami­lie, ganz klas­sisch bestehend aus Vater, Mut­ter und zwei Kin­dern, einen Klein­trans­por­ter mit intak­tem Navi­ga­ti­ons­ge­rät, zwei Stun­den kal­ku­lier­te Fahrt­zeit und min­des­tens drei Hun­de, die sich groß­zü­gig über den Klein­trans­por­ter ver­tei­len. Kurz­ent­schlos­sen hat­ten wir – wir meint in die­sem Fall die bereits ein­gangs erwähn­te Mut­ter und den ent­spre­chend zuge­hö­ri­gen Sohn, also mich – nach unse­ren »sehr guten« Erfah­run­gen in Sie­gen zwei Wochen zuvor noch für Sach­sen­heim gemel­det. Der Tag war son­nig, selbst die Schwes­ter erstaun­lich gut auf­ge­legt – kein Grund also, sich Sor­gen zu machen. Wäh­rend die Stun­den ver­stri­chen und sich sowohl Mut­ter, als auch Sohn mit ihren »Show­knol­len« das ver­dien­te »Vor­züg­lich« abge­holt hat­ten, ver­fins­ter­te sich der strah­lend blaue Him­mel im Ver­lauf des Tages zuneh­mend, so dass recht­zei­tig zur Kürung der Klas­sen­sie­ger das schöns­te Gewit­ter über dem Sach­sen­heim-Ring nie­der ging. Dem trief­nas­sen Tages­sie­ger gebühr­te folg­lich nicht nur der ent­spre­chend größ­te Pokal, son­dern zwei­fels­oh­ne auch das Fleiß­ab­zei­chen für vor­bild­li­che Schuss­fes­tig­keit.

Erkennt­nis des Tages: Wer als Ras­se­bes­ter im Regen steht, sieht auch nicht anders aus als ein nas­ser Hund.

RICHTERBERICHT (Felix Cosme/GB)
13 Mona­te alte Hün­din. Femi­ni­ner, viel ver­spre­chen­der Kopf. Schön geform­tes Auge mit schö­ner Augen­far­be. Aus­rei­chen­de Hals­län­ge, gute, gera­de Ober­li­nie, gera­de Front. Wün­schens­wert wären beweg­li­che­re Ohren und etwas deut­li­cher aus­ge­präg­te Win­ke­lun­gen. Bewegt sich gut.

08|08|2010 – CACIB Ludwigshafen (Jugendklasse) SG2

Lud­wigs­ha­fen liegt am Rhein, gleich gegen­über von Mann­heim. Und das ist auch eigent­lich schon alles, was es zu sagen gibt.

Erkennt­nis des Tages: When the sho­wing gets tough, the tough go shop­ping.

RICHTERBERICHT (Kers­tin Selle/D)
14 Mona­te alte, zur Zeit in der Umhaa­rung befind­li­che Jung­hün­din mit guten Gebäu­de­pro­por­tio­nen, femi­ni­ner Kopf, voll­stän­di­ges Sche­ren­ge­biss, sehr gute obe­re Linie, der Brust­korb soll­te noch etwas tie­fer wer­den und die Win­ke­lun­gen aus­ge­präg­ter, in der Bewe­gung gerad­li­nig, zeigt sich auf­merk­sam und freund­lich.

23|01|2011 – CAC Verl-Kaunitz (Zwischenklasse) V3

Fei­nes Pipi! Man soll­te mei­nen, dass Men­schen, deren Lebens­lauf sich durch die ein­ma­li­ge Erfah­rung aus­zeich­net, in Unter­ho­sen – und heim­lich von den Nach­barn beob­ach­tet – einem acht Wochen alten Wel­pen durch den Früh­tau gefolgt zu sein, nichts mehr pein­lich ist. Und den­noch zie­he ich es vor, mich bei den sams­täg­li­chen Spa­zier­gän­gen, die auf eine Aus­stel­lung am dar­auf­fol­gen­den Sonn­tag vor­be­rei­ten, eher fünf Mal davon zu über­zeu­gen, dass kein ande­rer Spa­zier­gän­ger mei­nen Weg kreuzt. Nicht etwa, weil Ring­trai­ning für den Aus­sen­ste­hen­den – ähn­lich wie das Abge­hen des Agi­li­ty-Par­cours – immer aber­wit­zig aus­se­hen muss, son­dern schlicht und ergrei­fend, weil die Beant­wor­tung der Fra­gen, was man a.) da gera­de trei­be, b.) damit bezwe­cke und c.) ein Bor­der Col­lie doch ganz schön anstren­gend sei, auf die Dau­er ziem­lich läs­tig wird.

Um ihr Gang­werk opti­mal prä­sen­tie­ren zu kön­nen, muss Nell ent­spre­chend frei geführt wer­den. Will hei­ßen: Gro­ße Schrit­te, ein eher flot­tes Tem­po – und lau­fen las­sen. Klingt ein­fach? Das dach­te ich auch. Seit­dem ich mich aller­dings auf einem jener sams­täg­li­chen Spa­zier­gän­ge selbst davon über­zeu­gen durf­te, dass das mit dem »Lau­fen las­sen« doch sehr viel schwe­rer zu bewerk­stel­li­gen ist, wenn das Ver­suchs­ob­jekt (N) der Ver­suchs­per­son (D), dank Fuß­ar­beit, kon­se­quent am Hacken klebt, weiß ich es bes­ser. Ich kor­ri­gie­re: Ich dach­te, es bes­ser zu wis­sen.

Als sich am Sonn­tag schließ­lich die letz­te Gele­gen­heit bot, den lee­ren Aus­stel­lungs­ring mit einer Trai­nings­run­de zu bespie­len, liess ich es – aus einer Lau­ne her­aus – doch noch ein­mal dar­auf ankom­men. Und fast so, als hät­te es die vor­aus­ge­gan­ge­ne – und lei­der fehl­ge­schla­ge­ne – Ver­suchs­an­ord­nung nie gege­ben, lief es plötz­lich. Mit einer lus­ti­gen Sprech­bla­se über dem Kopf, die bedeu­tungs­schwan­ger schau­kel­te, schweb­te Nell an mir vor­über und strahl­te Dirk an ihrer Sei­te an: »Du hast zwar kei­ne Ahnung, was du hier tust – aber hör’ bloß nicht damit auf«.

Ich weiß nicht, war­um ich bis­her immer ange­nom­men habe, die Rol­le des Zuschau­ers sei wesent­lich leich­ter aus­zu­fül­len – denn das ist sie nicht. Indes Dirk und Nell als Ers­te den Ring betra­ten, zwei Run­den beschrie­ben und sich zur Ein­zel­be­wer­tung auf­stell­ten, ver­such­te ich mich – ver­geb­lich – damit zu beschäf­ti­gen, den Foto­ap­pa­rat ruhig zu hal­ten. Dass mir auch in der Fol­ge kaum ein schar­fes Foto gelun­gen ist, muss zwei­fels­oh­ne der Fas­sungs­lo­sig­keit zuge­rech­net wer­den, die nicht nur von mei­nem, son­dern auch von Dirks Gesicht Besitz ergriff, als die Rich­te­rin ihn auf den drit­ten Platz ges­ti­ku­lier­te. Und wäh­rend Herr und Hund um die Wet­te grins­ten, sam­mel­te sich in mei­nen Augen­win­keln etwas, das hem­mungs­los glit­zer­te. Fei­nes Pipi!

Erkennt­nis des Tages: Manch­mal muss man den Plan ändern, um anzu­kom­men.

RICHTERBERICHT (Glo­ria Wagner/LUX)
Schö­ne 19 Mona­te alte Hün­din mit schö­nem Aus­druck und kor­rek­tem Sche­ren­ge­biß, kor­rek­te Ruten­län­ge, schö­nes Gebäu­de und Gang­werk.

13|03|2011 – CACIB Offenburg (Zwischenklasse) V2 Res. CAC

Auf dem Weg zur Zucht­hün­din gilt es, ver­schie­den­ar­ti­ge klei­ne und gro­ße Hür­den zu neh­men. Man trabt gemäch­lich los, glaubt, man wis­se wie »es läuft« und stellt nach ein paar Schrit­ten fest, dass man zwar »lau­fen« und doch nicht »Lau­fen« kann. Man ver­schenkt eini­ge Erfol­ge bis sich die Erkennt­nis ein­stellt, wel­che Schrit­te nötig sind – und ent­deckt wäh­rend­des­sen, dass es, bei allem Lern­wil­len, vor allen Din­gen eine Lek­ti­on zu ler­nen gilt: Abzu­war­ten, aus­zu­sit­zen.

Das mir das »Aus­sit­zen« am Tag der Körung nicht so recht gelin­gen woll­te ist, ange­sichts der Tat­sa­che, nicht selbst dabei sein zu kön­nen, aller­dings weit weni­ger ver­wun­der­lich als die Leich­tig­keit, mit der die bei­den eigent­li­chen Prot­ago­nis­ten den Aus­stel­lungs­tag absol­vier­ten.

Was Dirk in Offen­burg erleb­te

Ich war recht unbe­fan­gen, hing von die­ser Aus­stel­lung mei­ner Mei­nung nach doch nichts beson­de­res ab. Rau­chen, rat­schen und zwei, drei Run­den im Ring. Als man mir aller­dings in einem Neben­satz erklär­te, dass der ankö­ren­de Rich­ter in der Regel sei­nen eige­nen Bericht zur Körung nutzt, brei­te­te sich schliess­lich doch ein selt­sam flau­es Gefühl in mei­ner Magen­ge­gend aus, das sich beim bes­ten Wil­len nur als Auf­re­gung aus­deu­ten liess. Nach­dem die Rüden ihre Gele­gen­heit bekom­men hat­ten im Showring zu glän­zen, war es an der Zeit, mei­nen mit­ge­brach­ten – und mitt­ler­wei­le fest schla­fen­den – Hund aus der Box zu befrei­en. Nicht gera­de glück­lich mit dem vor­zei­ti­gen Ende der Sies­ta, mein­te Nell im Ring ange­kom­men auch erst mal, sie sei viel zu müde um zu ste­hen – lie­gen und sit­zen sei­en ihr eher genehm. Als es an uns war los­zu­lau­fen, zeig­te sie sich aber schliess­lich von ihrer bes­ten Sei­te – und nach zwei wei­te­ren raum­grei­fen­den Run­den durf­ten wir uns, zu mei­nem gro­ßen Erstau­nen, auf den zwei­ten Platz stel­len. Das Absol­vie­ren der ers­ten Hür­de des Tages quit­tier­ten Herr und Hund mit einem brei­ten Grin­sen – bes­tes Ergeb­nis bis­her – um sich anschlies­send beim Anste­hen an der zwei­ten Hür­de erst die Zäh­ne aus- und spä­ter ger­ne sonst­wo­hin zu bei­ßen. Was stand noch gleich im Rich­ter­be­richt? Vor lau­ter Auf­re­gung und den vie­len, für mich unbe­kann­ten Varia­blen, hat­te ich den Bericht näm­lich gar nicht gele­sen und – schwups – hat­te Herr Wibier ihn mir nach der Körung auch schon wie­der ent­ris­sen und zu den Unter­la­gen gepackt …

Schwups – sind zwei Mona­te ver­gan­gen. Ich hal­te den Kör­be­richt in den Hän­den und läch­le. Sehr zufrie­den.

Erkennt­nis des Tages: Nur Geduld. Gut Ding will schliess­lich Wei­le haben.

RICHTERBERICHT (Mark Wibier/D)
21 Mona­te, femi­nin, schö­ner Ras­se­typ, guter Kopf, Augen und Ohren, schö­ner Aus­druck, Sche­ren­ge­biss, guter Hals muss im Rücken noch stär­ker wer­den, gute Win­ke­lun­gen, guter Brust­korb, gute Len­den­par­tie, gute Kno­chen, kor­rek­te Rute, raum­grei­fen­des und flot­tes Gang­werk, wobei vor­ne noch etwas lose, freund­li­ches Ver­hal­ten.

14|05|2011 – CAC Sachsenheim (Zwischenklasse) V2 Res. CAC

Wer ist Sea­mus Oates? Es gibt im Aus­stel­lungs­ge­sche­hen nicht oft Namen, die man gar nicht zuord­nen kann. Es gibt Namen, die man schon als Neu­ling bald kennt und Namen, die man sel­te­ner liest – die aber immer­hin mit dem einen oder ande­ren Ergeb­nis ver­knüpft wer­den kön­nen. Klingt das nach Kal­kül? Nach Berech­nung? Mei­net­we­gen. Neben dem Ring­trai­ning, eini­ge Wochen, und dem Groo­m­ing, eini­ge Tage vor einer Aus­stel­lung, gehört es für den nicht ganz blau­äu­gi­gen Aus­stel­ler ganz sicher mit zur Vor­be­rei­tung, sich über die Vor­lie­ben des Rich­ters zu infor­mie­ren. Wel­chen Typ bevor­zugt die­ser? Wel­che Punk­te spricht der Rich­ter­be­richt an? Wie gleich­mä­ßig ver­hält sich das Gewicht von sehr guten zu vor­züg­li­chen Bewer­tun­gen? Das es dabei nicht nur dar­um geht, die objek­ti­ven Chan­cen des eige­nen Hun­des bes­ser ein­schät­zen zu kön­nen, son­dern ganz sicher auch immer um ein Beru­hi­gungs­mit­tel für die eige­nen Ner­ven, dürf­te offen­sicht­lich sein. Im Fal­le des Rich­ters, der zur Aus­stel­lung in Sach­sen­heim gela­den wor­den war, blieb uns die­se Por­ti­on Vali­um aller­dings ver­sagt – denn abge­se­hen von sei­ner iri­schen Her­kunft und der Tat­sa­che, dass er selbst lang­jäh­ri­ger Züch­ter von Bern­har­di­nern und eng­li­schen Bull­dog­gen ist, för­der­ten die ange­stell­ten Recher­chen rein gar nichts zu Tage.

Mit Eber­hard Kam­sat, dem Züch­ter von Nells viel zu früh ver­stor­be­nen Vater Cid, hat­te ich im Vor­feld die Ver­ein­ba­rung getrof­fen, früh genug in Sach­sen­heim ein­zu­tref­fen – zum einen, um ihm Nell vor­stel­len, zum ande­ren, um viel­leicht den einen oder ande­ren Tipp eines lang­jäh­ri­gen, erfolg­rei­chen Aus­stel­lers mit­neh­men zu kön­nen. Das sich die­ser Plan aller­dings nicht mit dem Zyklus der aus­zu­stel­len­den Hün­din ver­ein­ba­ren las­sen wür­de, die den Beginn ihrer Blu­tung, pas­send zum Beginn der Aus­stel­lungs­sai­son, um vier Wochen nach hin­ten ver­leg­te, war nicht abzu­se­hen. Nach­sich­tig mit den anwe­sen­den Rüden reis­ten wir also mit deut­li­cher Ver­spä­tung an. So deut­lich, dass kaum genug Zeit blieb, um unse­ren Hund auf den Ring vor­zu­be­rei­ten. Der man­geln­den Vor­be­rei­tung – und ein­deu­ti­gen Äuße­rung der Unlust sei­tens des Hun­des – zum Trotz, schlug sich das Mensch-Hund-Team im Ring dann aber doch recht wacker: Nell liess zwar etwas an Schnel­lig­keit ver­mis­sen und auch die Rute setz­te, nach­dem sie mich am Ran­de des Rings ent­deckt hat­te, zu einem freu­di­gen Wedeln an – schluss­end­lich durf­ten wir uns aber doch über einen ver­dien­ten zwei­ten Platz und vor­züg­li­chen Bericht freu­en. The best is yet to come.

Erkennt­nis des Tages: Wer ins kal­te Was­ser springt kann trotz­dem schwim­men.

RICHTERBERICHT (Sea­mus Oates/IRL)
Nice head, good ear set, dark eyes, good stop, good bite, strong neck, nice strai­ght front, deep chest, good topli­ne, good hind­quar­tes, moving well.

22|05|2011 – CAC Wiesental (Zwischenklasse) V

Unse­re letz­te Aus­stel­lung mit Nell in der Zwi­schen­klas­se: Gefühl­te 40°C im Schat­ten, nicht der kleins­te Wind­hauch und ein Aus­stel­lungs­ring, der sich, dem Grad sei­ner Nei­gung nach zu urtei­len, her­vor­ra­gend als Som­mer­ro­del­bahn hät­te eig­nen kön­nen. Nach zwei Tagen inten­si­vem Trai­ning mit Tho­mas Beh­rendt waren die Erwar­tun­gen an unse­ren Hund ohne­hin nicht all­zu hoch – und ange­sichts der Tat­sa­che, dass der unebe­ne Grund selbst den rou­ti­nier­tes­ten Aus­stel­lern arge Pro­ble­me zu berei­ten schien und kaum ein Hund sein Gang­werk opti­mal prä­sen­tie­ren konn­te, war zusätz­lich ein wenig Druck von unse­ren Schul­tern genom­men. Nell mach­te ihre Sache schließ­lich gut, konn­te den Rich­ter aller­dings, als die­ser zwi­schen zwei Hün­din­nen und der letz­ten zu ver­ge­be­nen Plat­zie­rung zu ent­schei­den hat­te, nicht ganz von sich und ihrem Aus­druck über­zeu­gen.

Erkennt­nis des Tages: Stehst du noch, oder »stackst« du schon?

RICHTERBERICHT (Harald Steinmetz/D)
Femi­ni­ne, schwarz-wei­ße Hün­din, schö­ner Kopf und Aus­druck, kor­rekt plat­zier­ter Stopp, fla­cher Ober­schä­del, Ohren etwas seit­lich ange­setzt, sehr schön ein­ge­setz­te, ova­le Augen. Haar­kleid von kor­rek­ter Tex­tur mit schö­ner Unter­wol­le, kor­rek­te Far­be. Ein Idee steil auf der Hin­ter­hand, recht flott in der Bewe­gung, ruhi­ges, aus­ge­gli­che­nes Wesen.

22|05|2011 – CAC Bad Salzhausen (Offene Klasse) SG4

Was wir in Bad Salz­hau­sen erlebt haben, ist hier nach­zu­le­sen.

RICHTERBERICHT (Geoff Duffield/GB)
Very femi­ni­ne black and white bitch, very sweet eye and expres­si­on, balan­ced head, very good over­all making shape, good length of back, good move­ment spoilt by very high tail.

15|04|2012 – CAC Wiehl (Offene Klasse) V3

Was wir in Wiehl erlebt haben, ist hier nach­zu­le­sen.

RICHTERBERICHT (Hei­ke Bilsheim/D)
Knapp drei Jah­re alte Hün­din, sehr schö­ne Gesamt­erschei­nung. Kor­rek­te Kopf­pro­por­tio­nen, voll­zah­ni­ges Sche­ren­ge­biss. Sehr gute Hals-Rücken-Linie, kor­rek­te Brust­tie­fe und Win­ke­lun­gen. Flüs­sig in der Bewe­gung, sehr freund­li­ches Ver­hal­ten.

26|08|2012 – CAC Bergheim (Offene Klasse) SG4

Was wir in Berg­heim erlebt haben, ist hier nach­zu­le­sen.

RICHTERBERICHT (Mark Wibier/D)
Drei Jah­re alte Hün­din, guter Ras­se­typ, pas­sen­de Pro­por­tio­nen, kor­rek­ter Kopf, Augen und Ohren, schö­ner Aus­druck, gute Win­ke­lun­gen, guter Rücken, guter Brust­korb, kräf­ti­ge Kno­chen, kur­ze Krup­pe, hoch getra­ge­ne Rute, bewegt sich mit gutem Vor­tritt und Schub, zeigt sich in der Bewe­gung bes­ser als im Stand, wo sie unsi­cher ist, freund­li­ches Ver­hal­ten.

01|09|2012 – CACIB Gießen (Offene Klasse) V3

Was wir in Gie­ßen erlebt haben, ist hier nach­zu­le­sen.

RICHTERBERICHT (Regi­na Blessing/D)
Drei Jah­re alte, ele­gan­te schwarz-wei­ße Hün­din, femi­ni­ner Kopf mit etwas abfal­len­dem Ober­schä­del, dun­kel­brau­ne Augen, kor­rek­te Sche­re, sehr gute obe­re Linie, kor­rek­te Vor­brust und kor­rek­ter Brust­korb, gepfleg­tes tief­schwar­zes Haar­kleid, flot­tes mühe­lo­ses Gang­werk, sehr auf­ge­weck­tes Ver­hal­ten.

19|01|2014 – CAC Verl-Kaunitz (Offene Klasse) SG

Was wir in Verl erlebt haben, ist hier nach­zu­le­sen.

RICHTERBERICHT (John Wauben/NL)
Vier­ein­halb Jah­re alte, gut ent­wi­ckel­te Hün­din, gute Grö­ße, femi­ni­ner Kopf, Augen etwas rund, fes­ter Rücken, Win­ke­lun­gen soll­ten stär­ker sein, Schul­ter­blatt wei­ter vor­ne, guter Brust­korb, sehr gutes Tem­pe­ra­ment und Mus­keln. Die Rute wird etwas hoch getra­gen, soll­te in der Bewe­gung kräf­ti­ger sein.

05|08|2018 – CACIB Gießen (Veteranenklasse) 1. Platz

1. Anwart­schaft Dt. Vete­ra­nen­cham­pi­on VDH/Club

Was wir in Gie­ßen erlebt haben, ist hier nach­zu­le­sen.

RICHTERBERICHT (Guy Devriendt/B)
9 years, black and white, femi­ni­ne type, good pro­por­ti­ons, skull, muz­zle, good length and height of body, good topli­ne, good croup and length of tail, good bone, very good front and rear angu­la­ti­on, moves excel­lent with hap­py tail.

18|11|2018 – Internationale Dortmund (Veteranenklasse) 2. Platz

RICHTERBERICHT (Eri­ka Heintz/D)
Neun­jäh­ri­ge femi­ni­ne Hün­din, noch in vor­züg­li­cher Kon­di­ti­on, kor­rek­ter typi­scher Kopf mit gepfleg­tem Sche­ren­ge­biss, sehr gute Hals-Rücken­li­nie, aus­rei­chen­de Brust­tie­fe, sehr gute Win­ke­lun­gen, flüs­si­ge raum­grei­fen­de Bewe­gun­gen, freund­li­ches Ver­hal­ten.