Tagebuch D-Wurf

Border Collie Hündin Edda mit ihren ersten Welpen

Einen Wurf mit einer Hün­din zu machen, die man nicht täg­lich um sich, son­dern bloß im Mit­be­sitz hat, stellt oft­mals ein Wag­nis dar: wie ent­spannt kann die Hün­din ihre Wel­pen auf­zie­hen, wenn ihr die ver­trau­te Umge­bung fehlt?

Schon früh hat­te ich mit der Besit­ze­rin von Edda dar­über gespro­chen, ein­mal gemein­sam einen Wurf auf­zu­zie­hen – da bei­de in unse­rer Nähe leb­ten und uns und unser Rudel regel­mä­ßig besuch­ten, sprach vie­les dafür, wenig dage­gen. Das Wurf­ta­ge­buch unse­res D-Wurfs beglei­tet nun die­sen gemein­sa­men Weg – vom Deck­akt bis zum Ultra­schall, von Eddas Ein­zug in der fünf­ten Woche der Träch­tig­keit bis zur Geburt, und schließ­lich die neun Wochen der Wel­pen­zeit.

Unser Wurftagebuch

Viel frü­her als erwar­tet – aber doch kei­nen ein­zi­gen Tag zu früh: Am 1. und 2. Dezem­ber wur­de Edda (Broad­me­a­dows Almost Rosey) von Čiko (Quick­step Dan­cer z Černo­bí­lých) gedeckt …

»Du warst doch ges­tern noch ein Wel­pe«, den­ke ich und bli­cke der zier­li­chen brau­nen Hün­din nach, die – als hät­te sie mei­ne Gedan­ken gele­sen – kurz inne­hält, um dann doch den ande­ren Hun­den nach­zu­set­zen …

Drei­ßig Tage ist unser Besuch bei Čiko (Quick­step Dan­cer z Černo­bí­lých) nun her – drei­ßig Tage, in denen Edda (Broad­me­a­dows Almost Rosey) ihr Geheim­nis sehr gut gewahrt hat …

»Eigent­lich«, den­ke ich, und stre­cke mich der Län­ge nach auf dem gemüt­li­chen, grü­nen Pols­ter aus, »eigent­lich ist Edda doch ein ziem­lich schlan­ker Name. Ed-da – zwei Sil­ben, eine vor­ne, eine hin­ten …

»Nein, nein und noch­mal nein«, bellt Nell und beißt wut­schnau­bend in die Luft, der­weil ich mich anschi­cke, die zwei­te Sei­ten­wand der Wurf­kis­te zu mon­tie­ren, »nicht auch noch mein Zim­mer!«

Mon­tag­abend. Lang aus­ge­streckt liegt Edda auf dem Sofa, ihre Hin­ter­läu­fe gra­ben sich in mei­nen Ober­schen­kel, die Schnau­ze steckt tief in einem blass­gel­ben Kis­sen, das sich eng an die brei­te, dun­kel­graue Leh­ne schmiegt.