Land in Sicht, singt der Wind in mein
Herz, die lange Reise ist vorbei.
Morgenlicht weckt meine Seele auf,
ich lebe wieder und bin frei.
– Ton Steine Scherben

Iska braucht zwei Hände, die nur sie streicheln. Hände, die fühlen wollen, wie weich der Bauch eines Welpen ist. Hände, die nicht müde werden. Hände, die wissen, dass alles Glück der Welt in ihnen liegt.

Iska braucht zwei Augen, die sehen, wie sie mit gestrecktem Hals dasitzt und wartet, bis man ihren Namen nennt. Dann lächelt sie. Dann setzt sie mit gespielter Schüchternheit eine Pfote vor die andere, tastet sich heran, und für den Bruchteil einer Sekunde möchte man ihr glauben, möchte meinen, dass kein Welpe so wahr und schön und gut sein kann, dass kein ähnlicher jemals gelebt hat. Iska braucht zwei Augen, die sehen. Auch das, was nicht zu sehen ist.

Ich sehe, wie sie in einem Fahrradkorb sitzt, und die Nase in den Wind hält, der über die Marschwiesen weht. Der Dunst der Stadt liegt weit hinter ihr, am Himmel kreisen Vögel. Ich sehe Kalenderblätter fallen, sehe Herbststürme heranziehen, sehe Winterwolken dem Frühling weichen. Irgendwo blökt ein Schaf. Ich sehe, wie groß sie geworden ist, wie sie neben dem Rad läuft, den Blick fest auf die Frau gerichtet, die sie beim Namen nennt: »Iska«. Sie lächelt. Beide lächeln. Alles Glück der Welt.