10|11|2015 – Augen­un­ter­su­chung in der Tier­kli­nik Betz­dorf

Der Raum ist abge­dun­kelt, nur das Leuch­ten des Moni­tors reflek­tiert von den sil­ber­nen Jalou­si­en, davor zeich­nen sich unscharf die Umris­se meh­re­rer Per­so­nen ab. Auf Knopf­druck blitzt die Kopf­be­de­ckung der in der Mit­te befind­li­chen Per­son auf – Kabel und Dräh­te, die eine Licht­quel­le hal­ten –, erhellt kurz den Unter­su­chungs­tisch in der Mit­te des Rau­mes, um ihn gleich dar­auf wie­der in Dun­kel­heit ver­sin­ken zu las­sen. »Nicht ein­schla­fen«, sagt jemand, kaum zu erken­nen. Dann blitzt es wie­der, der Licht­strahl bricht, und ein Wel­pe, den vier Hän­de hal­ten, zuckt laut­los zusam­men. Wäh­rend der Wel­pe sich lang­sam beru­higt, erklärt die Stim­me den umste­hen­den Per­so­nen, wie der Augen­hin­ter­grund betrach­tet und Erkran­kun­gen erkannt wer­den kön­nen, um schließ­lich den Augen­spie­gel auf dem Unter­su­chungs­tisch abzu­le­gen, sich die Hän­de zu rei­ben und zu sagen: »Der ist gesund«. Das wie­der­holt sich ins­ge­samt sie­ben Mal.

Frei von erb­li­chen Augen­er­kran­kung – so das Ergeb­nis unse­res heu­ti­gen Besuchs in der Tier­kli­nik Betz­dorf, deren Team die doch eher unan­ge­neh­me und lang­wie­ri­ge Unter­su­chung für unse­ren Sie­ben so ange­nehm wie mög­lich gestal­tet hat.

© Johannes Willwacher