04|02|2016 – Edda und ihr erst­ge­bo­re­ner Welpe

Fast zwei Stun­den sind seit der ers­ten Wehe ver­gan­gen, als der ers­te Wel­pe schließ­lich vor uns liegt – und noch wäh­rend ich die Eihaut mit den Fin­ger­nä­geln ein­rei­ße, um sie dem Wel­pen über den Kopf zu zie­hen, durch­fährt mich der Gedan­ke, dass die Zeit zu lang gewor­den ist: das, was zart und rosig sein soll­te, schim­mert blau. Ich grei­fe nach dem Wel­pen, neh­me ihn vor­sich­tig hoch und begin­ne, ihn mit einem rau­en Lap­pen abzu­rei­ben, säu­be­re zuerst die Schnau­ze, dann die Nasen­lö­cher, dann dre­he ich mei­ne Hand und las­se ihn kopf­über nach unten bau­meln. Noch immer kein Lebens­zei­chen. Mein Herz pocht unter der Schä­del­de­cke – und weil ich unse­ren Erst­ge­bo­re­nen nicht ein­fach so auf­ge­ben will, lege ich ihn schließ­lich auf dem Rücken ab und sau­ge mit dem Mund ganz vor­sich­tig das Frucht­was­ser aus sei­nen Atem­we­gen. Er zuckt. End­lich. Dann öff­net er die Schnau­ze und schnappt nach Luft. Er lebt, den­ke ich, er lebt – er lebt.

Bis Mit­ter­nacht sol­len noch drei gesun­de Wel­pen folgen.

22:00 – Wel­pe No. 1 – Rüde, cho­co­la­te – 356 Gramm
22:18 – Wel­pe No. 2 – Hün­din, cho­co­la­te – 356 Gramm
23:32 – Wel­pe No. 3 – Rüde, black-white tan – 376 Gramm
00:00 – Wel­pe No. 4 – Rüde, black-white tan – 336 Gramm

© Johannes Willwacher

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