Urlaub mit Hund: Über Strandspaziergänge, Treibgut und den Müll, den unsere beiden Border Collie Hündinnen immer wieder aus dem Meer ziehen …

Ein stür­mi­scher Wind peitscht die Wol­ken über den Him­mel, die Wel­len bran­den weiß schäu­mend gegen den Strand. Zwei oder drei Muti­ge wagen den Sprung in die Flu­ten, wer­den gleich von der wil­den See ver­schluckt. Drei Schrit­te wei­ter fin­det sich auf dem Sand aus­ge­spuckt Strand­gut – ganz unpro­sa­isch, statt Treib­holz und Tang, weit gereis­tes Plas­tik. Besen, Bürs­ten und Behält­nis­se wech­seln sich ab mit Fischer­net­zen, die nichts mehr fan­gen, und Post­kis­ten, die statt ihres fla­schen­för­mi­gen Pen­dants den Weg über den Atlan­tik gesucht haben. Auf jedem Qua­drat­ki­lo­me­ter der Mee­res­ober­flä­che trei­ben nach offi­zi­el­len Stu­di­en mitt­ler­wei­le bis zu 18.000 Plas­tik­tei­le.

Das unser vier­bei­ni­ges Räum­kom­man­do gegen den Müll recht wenig aus­zu­rich­ten ver­mag ver­steht sich von selbst. Das man sich selbst, als Zwei­bei­ner, an man­chen Tagen schämt, sich zwi­schen Weg­werf­ar­ti­keln »hyg­ge­lig« ein­ge­rich­tet zu haben, soll­te eben­so offen­sicht­lich sein: Gleich­gül­tig wo man ist, der Müll ist schon da. Und im Gegen­satz zu uns, zu den Zwei- oder Vier­bei­nern und unse­ren flüch­ti­gen schö­nen Ein­drü­cken, wird er auch blei­ben – für die nächs­ten fünf­hun­dert Jah­re.

© Johannes Willwacher