Border Collie Hündin hält Aufnahme der Ultraschalluntersuchung
14|02|2021 – Wir erwar­ten unse­ren H-Wurf

Wie viele Geschichten kann ein Herzschlag erzählen? Erste Worte in unserem Wurftagebuch – und ein erster Blick auf unsere kommenden Border Collie Welpen.

Your name is sung
and tat­too­ed now on my heart,
here I will car­ry you forever.
Car­ry, Tori Amos (2011)

Wie vie­le Geschich­ten kann ein Herz­schlag erzäh­len? Wie vie­le Herz­schlä­ge erzäh­len vom glei­chen Moment? In dem Moment, in dem sich der Schall­kopf senkt und das Herz eines Wel­pen fin­det, spru­delt mei­nes vor Geschich­ten über. »Kein Weg ist zu weit, wenn man sei­nem Her­zen folgt«, heißt es in einer davon.

Unser Weg hat uns im ver­gan­ge­nen Jahr nach Aus­tra­li­en geführt – ohne dazu auch nur einen Fuß vor die Türe set­zen zu müs­sen. Bereits im Früh­jahr 2020 hat­te ich Kon­takt mit der Besit­ze­rin des Deck­rü­den auf­ge­nom­men, den ich schon vor gerau­mer Zeit als Wunsch­kan­di­da­ten für Hei­dis zwei­ten Wurf ins Auge gefasst hat­te. Schnell waren wir uns über die Kon­di­tio­nen einig gewor­den – auf­grund des har­ten Lock­downs und der in Mel­bourne bis in den Spät­som­mer gel­ten­den Aus­gangs­sper­re soll­te es aber noch bis in den Herbst hin­ein dau­ern, bis Sham (Aus Sup CH Puka­wid­gee Name of the Wind) abge­samt und der Samen an Total Ani­mal Logistics, das mit dem Trans­port beauf­trag­te Unter­neh­men, über­ge­ben wer­den konn­te. Unter nor­ma­len Umstän­den hät­te man nun davon aus­ge­hen kön­nen, dass der tief­ge­fro­re­ne Samen inner­halb von ein bis zwei Wochen in Deutsch­land ein­ge­trof­fen wäre. Weil pan­de­mie­be­dingt aber nicht nur die Arbeit des zustän­di­gen Vete­ri­när­am­tes – für den Ver­sand von tief­ge­fro­re­nem Samen ist eine Frei­ga­be des­sel­ben zwin­gend erfor­der­lich –, son­dern auch der inter­na­tio­na­le Flug­ver­kehr stark ein­ge­schränkt war, folg­ten Mona­te des War­tens. Im Dezem­ber, hieß es schließ­lich, sol­le der Trans­port erfolgen.

Als ich am zwei­ten Weih­nachts­fei­er­tag fest­stell­te, dass Hei­di viel frü­her als erwar­tet läu­fig gewor­den war, befand sich der Samen irgend­wo zwi­schen Aus­tra­li­en und dem afri­ka­ni­schen Kon­ti­nent. Zwei Tage spä­ter – und damit kei­nen Tag zu früh – traf er schließ­lich in der mit der künst­li­chen Besa­mung beauf­trag­ten Pra­xis von Dr. Kon­rad Blen­din­ger in Hof­heim-Wal­lau ein. Wenn einem für gewöhn­lich – als Zei­chen der Erleich­te­rung – ein Stein vom Her­zen fällt, dann hat­te mei­ner zwei­fels­oh­ne die Grö­ße des Uluru.

Vier Wochen sind seit der künst­li­chen Besa­mung ver­gan­gen – und anders als bei ihrem ers­ten Wurf, bei dem sich mein Herz und mei­ne Neu­gier bis zum Ultra­schall­ter­min gedul­den muss­ten, habe ich bei Hei­di schon in der drit­ten Woche lei­se Anzei­chen für eine Träch­tig­keit bemer­ken dür­fen: Übel­keit und Fres­sun­lust sowie ein weit ent­wi­ckel­tes Gesäu­ge. Zum Ende der vier­ten Woche ist ihr Bauch­um­fang bereits um fünf Zen­ti­me­ter ange­wach­sen – und mein Herz tanzt.

»Da tanzt aber so eini­ges«, sagt die Tier­ärz­tin und reißt mich aus mei­nen Gedan­ken. »So eini­ges«, wie­der­ho­le ich und star­re stumm auf den Bild­schirm, auf dem win­zi­ge Her­zen Blut und Lie­be pum­pen. »Mei­nes habt ihr jetzt schon«, den­ke ich. Am Valentinstag.

Mein Dank gilt Ash­lee Houl­den und Jar­rod Tyler, den Züch­tern und Besit­zern von Sham. Dar­über hin­aus möch­te ich mich bei Mel Scri­ven von Total Ani­mal Logistics bedan­ken, die trotz der wid­ri­gen Umstän­de (und mei­ner fort­wäh­ren­den – bis­wei­len wohl ziem­lich anstren­gen­den – Nach­fra­gen) einen her­vor­ra­gen­den Ser­vice gebo­ten hat. Und zu guter Letzt natür­lich auch bei Dr. Kon­rad Blen­din­ger, der die künst­li­che Besa­mung – mehr als erfolg­reich – durch­ge­führt hat.


© Johannes Willwacher