Border Collie Welpe, Susi und Ralf Reichertz
13|05|2021 – Susi und Ralf mit Jack, Broad­me­a­dows Histo­ry Has Its Eyes On You

Und dann ist er da – der erste Abschied: ein Abschiedsbrief an einen Welpen, aber ein herzliches Willkommen an die neue Besitzerin.

I know that we can win,
I know that great­ness lies in you.
But remem­ber from here on in
Histo­ry has its eyes on you.
Hamil­ton (2015)

Liebe Susi,

in den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat es immer wie­der Wel­pen­in­ter­es­sen­ten gege­ben, bei denen ich schon nach dem ers­ten Gespräch wuss­te, dass ich sie nicht ohne den ersehn­ten Wel­pen wie­der fort­schi­cken wür­de. Bei weni­gen, ganz beson­de­ren Gesprä­chen, haben sich mir sogar die Umstän­de so gut ein­ge­prägt, dass ich mich auch heu­te noch an Ort und Stel­le sit­zen sehen kann – ich weiß die Tages­zeit, weiß, wie warm oder wie kalt es an die­sem Tag gewe­sen ist, und auch, mit wel­cher Begeis­te­rung ich dar­auf­hin von die­sem Gespräch erzählt habe. Dass ich über dich beson­ders viel zu erzäh­len hat­te, begrün­det sich letzt­end­lich aber nicht nur in der star­ken Sym­pa­thie, die allein durch den Tele­fon­hö­rer schon zu spü­ren gewe­sen ist, son­dern auch in dem Umstand, dass ins­be­son­de­re die weib­li­chen Mit­glie­der mei­ner Fami­lie – mei­ne Mut­ter und ihre Schwes­tern – die eine oder ande­re Anek­do­te über die »Susi vom Fri­seur« zu berich­ten wuss­ten. Dass einer unse­rer Wel­pen bei dir ein­zie­hen wür­de, war mir also von Anfang an klar. Und selbst, wie die­ser Wel­pe aus­se­hen wür­de, ahn­te ich zu die­sem Zeit­punkt schon.

Jack ist ganz genau die­ser Wel­pe. Einer, der einer­seits all das mit­bringt, um dich nach Jah­ren der Showab­sti­nenz zurück in den Aus­stel­lungs­ring zu füh­ren, der ande­rer­seits aber auch so ent­spannt und gelas­sen, so auf­ge­schlos­sen und freund­lich ist, um alle Kun­den zu begeis­tern, denen er im Salon an der Mosel­pro­me­na­de zukünf­tig begeg­net wird. Weder das lau­te Dröh­nen des Föns, noch das Rat­tern und Rol­len des Staub­saugers kön­nen ihn beein­dru­cken – dass man bei­de bes­ten­falls links lie­gen lässt, hat er näm­lich genau­so schnell ver­in­ner­licht, wie die ers­ten Lek­tio­nen, die er bei uns ler­nen durfte.

Sei­ne Auf­merk­sam­keit macht es für ihn leicht, sich Neu­es anzu­eig­nen, und unter sei­nen Geschwis­tern ist er immer der ers­te gewe­sen, der eine gestell­te Auf­ga­be begrif­fen und rich­tig umge­setzt hat. Das mag viel­leicht auch an dem gesun­den Appe­tit lie­gen, der Jack im Lau­fe der letz­ten Wochen den – viel­leicht nicht ganz schmei­chel­haf­ten – Bei­na­men »McSpeck« ein­ge­bracht hat. Auch »Schrei­hals« haben wir ihn oft genug genannt, denn wäh­rend die gemein­sa­men Auto­fahr­ten ihm im Grun­de immer gut bekom­men sind, ist er dabei doch vor allem durch sei­ne Laut­stär­ke auf­ge­fal­len: in der Box in sei­nen Frei­heits­rech­ten beschnit­ten zu wer­den, gefällt ihm nicht. Ein Grund mehr, dir und Ralf nicht nur, aber doch gera­de für die ers­ten Näch­te die nöti­ge Kon­se­quenz zu wünschen.

Zwei­fel, dass du die­se auf­brin­gen kön­nen wirst, bestehen mei­ner­seits aber eigent­lich nicht. Wie du selbst schon gesagt hast: »Wer die Kin­der im Griff hat­te, wird das bei einem Wel­pen auch noch schaf­fen«. Des­halb freue ich mich heu­te auf den Weg, den du und Jack gemein­sam gehen wer­det. Und auch dar­auf, vie­le eurer Schrit­te beglei­ten zu dür­fen. Kalp kal­be karşı. Mehr gibt es eigent­lich nicht zu sagen.

© Johannes Willwacher