Border Collie Welpen
12|06|2021 – Halo und Fate

Hanni und Nanni, Bibi und Tina – oder Halo und Fate: das Leben mit den letzten beiden Border Collie Welpen aus unserem H-Wurf. Und die Frage, wie es weiter geht.

Als Nell sich gegen fünf Uhr über­gibt, ist nicht nur für mich die Nacht vor­bei. Auch im Stock­werk dar­über höre ich es rumo­ren, wäh­rend ich das Gemisch aus Gras und Gal­le von den Die­len wische: erst rüt­telt einer der Wel­pen an der Git­ter­tür der Box, dann wird die Tür des Schlaf­zim­mers auf­ge­sto­ßen und Dirk pol­tert die Trep­pen hin­un­ter. Nach­dem Fate ihr Not­durft im Vor­gar­ten ver­rich­tet hat, lässt sich Halo nicht lan­ge bit­ten und for­dert mit lang­ge­zo­ge­nen Kla­ge­lau­ten eben­falls ihr Recht. Dirk pol­tert also erneut die Trep­pen hin­un­ter, setzt den Wel­pen vor der Haus­tü­re ab und war­tet, bis die­ser sein Geschäft erle­digt hat. »Jetzt dürf­tet ihr auch noch eine Stun­de schla­fen«, höre ich ihn gedämpft hin­ter der geschlos­se­nen Schlaf­zim­mer­tür sagen, als sich auch das zwei­te Git­ter end­lich quiet­schend schließt. Die bei­den Wel­pen indes­sen hal­ten wenig davon – sie sind sich, auch wenn sie vom Wesen her sonst grund­ver­schie­den sind, tat­säch­lich ein­mal einig –, und so kommt es, wie es kom­men muss, und kei­ne hal­be Stun­de spä­ter sit­zen bei­de mit mir im Garten.

Border Collie Welpen
12|06|2021 – Fate und Halo

Nicht nur unser Tages­ab­lauf hat sich mit dem Aus­zug von Ruf­fi­an in der ver­gan­ge­nen Woche ver­än­dert. Auch der Blick­win­kel ist noch ein­mal ver­scho­ben wor­den. Die Unter­schie­de, die sich im Wesen der bei­den drei­zehn Wochen alten Hün­din­nen zei­gen – die Auf­merk­sam­keit und Lern­be­reit­schaft zum einen, zum ande­ren aber auch die Selbst­si­cher­heit, die bei der einen ein stück­weit bes­ser aus­ge­prägt ist, als bei der ande­ren –, fal­len noch stär­ker ins Auge. Wäh­rend ich bei Halo also einen gut aus­ge­präg­ten Will to Plea­se bemer­ken und sie leicht zum Ler­nen und Arbei­ten moti­vie­ren kann, ist Fate viel eher dar­an inter­es­siert, ihren eige­nen Wil­len durch­zu­set­zen. Die­se Stur­heit ist mir nicht neu – auch Hei­di hat mich damit wäh­rend ihrer Wel­pen- und Jung­hun­de­zeit regel­mä­ßig her­aus­ge­for­dert: ein Wel­pe, der lie­ber selbst ent­schei­det, als auf die Ent­schei­dun­gen des Men­schen zu ver­trau­en, braucht nicht nur mehr Fin­ger­spit­zen­ge­fühl in der Erzie­hung, sein Ver­hal­ten muss auch immer wie­der vor­sich­tig kor­ri­giert wer­den. Dem­zu­fol­ge lau­tet Halos zwei­ter Vor­na­me »Fein!«, wäh­rend sich Fate viel eher mit einem »Nein!« begnü­gen muss.

Reicht’s nicht langsam mit dem Puppy Spam?

Neben Erzie­hungs­fra­gen, den ers­ten län­ge­ren Spa­zier­gän­gen und dem Besuch der Wel­pen­schu­le, hat mich in der ver­gan­ge­nen Woche aber noch eine ganz ande­re Fra­ge umge­trie­ben. In der Ver­gan­gen­heit habe ich unse­re Wurf­ta­ge­bü­cher immer mit dem Aus­zug des letz­ten Wel­pen enden las­sen. Da Fate frü­hes­tens in der ers­ten Janu­ar­wo­che aus­zie­hen kann – um einen Hund nach Aus­tra­li­en impor­tie­ren zu kön­nen, müs­sen nach der Toll­wut­imp­fung und dem einen Monat spä­ter zu erbrin­gen­den Nach­weis einer aus­rei­chend auf­ge­bau­ten Immu­ni­tät noch min­des­tens 180 Tage ver­ge­hen, bis der Hund ein­rei­sen kann –, wür­de das bedeu­ten, das Tage­buch noch über vie­le Wochen wei­ter zu füh­ren. »Will das denn über­haupt noch jemand lesen?«, frag­te ich mich des­halb. Und suche noch immer nach einer zufrie­den­stel­len­den Ant­wort: »Reicht’s nicht lang­sam mit dem Pup­py Spam?«

Was meint ihr?

Und die Geschwister?


© Johannes Willwacher