Acrylbild Border Collie Welpen
26|06|2021 – Unser B-Wurf fei­ert sei­nen ach­ten Geburtstag

Unser B-Wurf feiert seinen achten Geburtstag – und ich sitze am Schreibtisch und denke darüber nach, was ein Hundeleben mit der Unendlichkeit zu tun hat.

Es gibt Tage, an denen ich mich an den Schreib­tisch set­ze und sich ganz ein­fach nichts bewe­gen will. Heu­te scheint so ein Tag zu sein.

Weil Halo und Fate – die bei­den Wel­pen, die aus unse­rem letz­ten Wurf bei uns geblie­ben sind – sich ihre Zeit bis zum Früh­stück drin­nen ver­trei­ben müs­sen – drau­ßen reg­net es in Strö­men –, habe ich kur­zer­hand den Küchen­tisch zum Schreib­tisch erklärt. Zustan­de gebracht habe ich aber noch immer nichts: auch nach einer hal­ben Stun­de ist die wei­ße Sei­te auf dem Bild­schirm bloß weiß. Schluss­end­lich mögen es zwar nur Glück­wün­sche sein, für die ich die rich­ti­gen Wor­te fin­den muss, aber ganz gleich, auf wel­chem Weg ich es auch ver­su­che – auf wel­chem Weg ich die gedach­te, schwar­ze Acht auch betrach­te –, nichts scheint mir an die­sem Mor­gen pas­send genug. »Wenn man die Acht kippt, dann wird ein Unend­lich­keits­zei­chen dar­aus«, ist einer der Gedan­ken, den ich schnell als wie­der ver­wer­fe, »was aber hat ein ach­ter Geburts­tag, was hat ein Hun­de­le­ben mit der Unend­lich­keit zu tun?«

Anstatt mir irgend­et­was aus den Fin­gern zu sau­gen, beschlie­ße ich, mei­ner eige­nen Rat­lo­sig­keit zu fol­gen – die vor­an­ge­gan­gen Zei­len sind das Ergeb­nis davon –, und lese mir, so wie es die Gewohn­heit will, das gera­de Geschrie­be­ne selbst laut vor. »Was hat ein ach­ter Geburts­tag, was hat ein Hun­de­le­ben mit der Unend­lich­keit zu tun?«, lau­te­te die letz­te Fra­ge. Mit etwas mehr Abstand kommt mir die­sel­be gar nicht mehr so abwe­gig vor. »Ein Hun­de­le­ben mag viel­leicht nicht unend­lich lang sein«, den­ke ich, als sich mei­ne Fin­ger suchend über die Tat­sta­tur bewe­gen, »aber jedem Hund ist die Unend­lich­keit in zwei­er­lei Gestalt mit­ge­ge­ben – in dem Wunsch, zu einem Men­schen zu gehö­ren, der ihm unend­lich viel Lie­be schenkt, und in der Bereit­schaft, die­se Lie­be bis ins Unend­li­che zu erwidern«.

Viel­leicht passt die lie­gen­de Acht, passt die Unend­lich­keit also doch irgend­wie zu die­sem ach­ten Geburts­tag. Ganz gleich, wie vie­le Tage, Wochen, Mona­te oder Jah­re euer Leben noch zählt – heu­te ist für immer. Und heu­te feie­re ich euch: Twix, Joey, Iska, Bud­dy, Pep­per und Beau.

© Johannes Willwacher