Border Collie, gemalt in Acryl
Einer von fünf: Enya, Broad­me­a­dows Emo­ti­on in Motion

Unser E-Wurf feiert seinen fünften Geburtstag: über gutes Essen und zarte Speckpölsterchen und was – nicht nur bei Hunden – sonst noch mit den Jahren kommt.

Irgend­wann in der ver­gan­ge­nen Woche habe ich mit Zion auf der Waa­ge gestan­den. Das »Mit« ist dabei wört­lich zu neh­men: da es in unse­rem Hun­de­haus­halt kei­ne Waa­ge gibt, die groß genug ist, um auch einem aus­ge­wach­se­nen Vier­bei­ner Platz zu gewäh­ren, müs­sen Mensch und Hund das Wie­ge­ge­rät grund­sätz­lich gemein­sam bestei­gen – der Eine in den Armen des Ande­ren. Um das Gewicht des Hun­des zu ermit­teln, folgt auf den ers­ten schnell ein zwei­ter Wie­ge­vor­gang – dies­mal ohne den Vier­bei­ner – und schließ­lich eine Übung im Kopfrechnen.

Über die Jah­re hin­weg hat sich am Ergeb­nis die­ser Übung kaum etwas geän­dert – in den ers­ten fünf Lebens­jah­ren hat das Gewicht des Bor­der Col­lie Rüden ziem­lich kon­stant 18 Kilo­gramm betra­gen –, und wenn die Zahl wider Erwar­ten doch ein­mal nach oben geschnellt ist, war es zumeist der Zwei­bei­ner, bei dem der Hosen­bund spann­te. Geän­dert hat sich das erst, als der Rüde sei­nen fünf­ten Geburts­tag fei­er­te. Natür­lich nicht am sel­ben Tag, aber doch in den Tagen und Wochen dar­auf. Aus den sport­li­chen 18 sind so zuerst 20 Kilo­gramm gewor­den – »Er kommt wohl so lang­sam in die Jah­re«, erin­ne­re ich mich, gedacht zu haben –, beim letz­ten Wie­gen waren es schließ­lich aber noch ein­mal drei mehr. »Und ich dach­te schon, dass dein Geschirr beim Waschen ein­ge­lau­fen ist«, lach­te ich, dem fast zehn­jäh­ri­gen Rüden zuge­wandt, »ab mor­gen wird abge­speckt!« So rich­tig lus­tig fand Zion das aber wohl nicht: mit hän­gen­dem Kopf und ange­leg­ten Ohren trot­te­te er davon. 

Dass sich der Stoff­wech­sel von Hun­den mit zuneh­men­dem Alter ver­lang­samt und sie immer weni­ger Kalo­rien benö­ti­gen, dürf­te hin­läng­lich bekannt sein. Wäh­rend Gewichts­pro­ble­me zumeist nur den vier­bei­ni­gen Senio­ren zuge­schrie­ben wer­den, beginnt aber nicht nur der Kalo­rien­be­darf schon bei einem fünf­jäh­ri­gen Hund zu sin­ken, son­dern auch am Fett­stoff­wech­sel wird schon im glei­chen Alter her­um­ge­schraubt. Bei einem fünf­jäh­ri­gen Hund, der aus­rei­chend Bewe­gung hat, mögen die ers­ten, zar­ten Speck­pöls­ter­chen zwar nur auf den zwei­ten Blick auf­fal­len, über die Fut­ter­men­ge – und die Fra­ge, wie vie­le Beloh­nungs­le­cker­chen noch ver­tret­bar sind – soll­te aber trotz­dem bereits nach­ge­dacht wer­den. 

Statt der Tor­te gibt es für unse­ren E-Wurf – für Ella, Elvis, Jill, Enya und Tyr­i­on, die heu­te ihren fünf­ten Geburts­tag fei­ern –, des­halb auch nur schö­ne Wor­te: Lasst euch euch fei­ern, bleibt gesund und genießt euren Tag!

Border Collie, gemalt in Acryl
Einer von fünf: Jill, Broad­me­a­dows Edge of Glory

© Johannes Willwacher